ERA Scoreboard 2025: Fortschritte im Europäischen Forschungsraum – Handlungsbedarf beim Transfer in die Wirtschaft
Die Europäische Kommission hat mit dem ERA Scoreboard 2025 eine aktuelle Bewertung der Entwicklung des Europäischen Forschungsraums (European Research Area, ERA) vorgelegt. Die Ergebnisse zeigen deutliche Fortschritte in zentralen Bereichen von Forschung und Innovation, machen jedoch auch strukturelle Herausforderungen sichtbar, die insbesondere für Unternehmen und Innovationsakteure von hoher Relevanz sind.
Seit 2010 konnten die EU, ihre Mitgliedstaaten sowie die an Horizont Europa assoziierten Länder erhebliche Verbesserungen erzielen. Besonders positive Entwicklungen gibt es bei Investitionen in Forschung und Entwicklung, Open Science, internationaler Zusammenarbeit sowie bei Mobilität und Karrierebedingungen von Forschenden.
So stieg der Anteil frei zugänglicher wissenschaftlicher Veröffentlichungen in der EU von 41,4 % im Jahr 2010 auf 66,5 % im Jahr 2024. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Forschenden pro Million Einwohner deutlich, ebenso wie der Anteil von Frauen in wissenschaftlichen Spitzenpositionen.
Trotz dieser Fortschritte zeigt der Bericht auch klare Defizite wie:
- die geringe Kooperationen zwischen Unternehmen und Hochschulen: Der Anteil innovativer Unternehmen, die mit wissenschaftlichen Einrichtungen zusammenarbeiten, stagniert seit Jahren bei nur rund 13,6 %.
- die schwache Verwertung von Forschungsergebnissen: Die Übertragung wissenschaftlicher Erkenntnisse in marktfähige Innovationen bleibt eine Herausforderung.
- regionale Unterschiede: Leistungsunterschiede zwischen Regionen und Ländern bestehen weiterhin deutlich, insbesondere beim Zugang zu exzellenter Forschung und Innovationsnetzwerken.
Auch bei strategisch wichtigen Themen wie der Koordinierung von Investitionen, der Verknüpfung von Forschung mit Bildungs- und Qualifikationssystemen sowie bei missionsorientierter Forschung besteht weiterhin Verbesserungsbedarf.
Für Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen ergeben sich daraus wichtige Konsequenzen:
- Stärkere Kooperationen zwischen Wirtschaft und Forschung sind entscheidend, um Innovationspotenziale besser zu nutzen.
- Internationale Zusammenarbeit im Rahmen von EU-Programmen wie Horizont Europa bleibt ein zentraler Erfolgsfaktor.
- Investitionen in Innovation und Wissenstransfer müssen weiter gestärkt werden, um langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Das Enterprise Europe Network unterstützt Unternehmen und Forschungseinrichtungen bei der Vernetzung mit internationalen Partnern und beim Zugang zu europäischen Förderprogrammen, denn Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie die Nutzung europäischer Programme wie Horizont Europa sind entscheidend für Wettbewerbsfähigkeit und Innovationserfolg.
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Den kompletten Text des ERA Scoreboard 2025 finden Sie hier.